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Die richtige Holzterrasse

Bereits im letzten Blog Beitrag berichteten wir über die Möglichkeiten unsere Terrase umzugestalten. Letztendlich haben uns die Holzterrassen am besten gefallen. Aber jetzt geht es weiter – welche Unterkonstruktion und welches Holz kommt für uns in Frage?

Der richtige Aufbau

Durch unsere bestehende Granitterrasse haben wir praktisch schon einen fertigen Unterbau für unsere Holzterrasse. Wir müssen also keine Punktfundamente mehr anlegen auf denen die Unterkonstruktion befestigt werden muss. In unserem Fall können wir die Unterkonstruktion direkt auf die Granitsteine legen. Allerdings birgt das auch einige Nachteile: Wir müssen auf einen entsprechend geringen Aufbau achten – maximal 6 cm darf Unterkonstruktion und das Holz haben. Zudem müssen wir darauf achten, dass kein Wasser unter der Holzterrasse stehen bleibt und dass diese ausreichend belüftet wird.

Für die Unterkonstruktion kommen eigentlich nur Aluschienen in Frage. Diese haben eine geringe Aufbauhöhe von ca. 2 cm und werden dann auf Gummipads schwimmend auf die Terrasse verlegt. Die Gummipads sorgen zum einen dafür, dass die Terrasse leicht gefedert aufliegt und zum anderen, dass kein Wasserstau an den Aluschienen entsteht. Auf den Aluschienen kann dann das Holz verschraubt werden.

Apropos verschrauben. Wir wollen die Terrasse mit einer nicht sichtbaren Verschraubung realisieren. Optisch gefällt uns das besser und zudem neigt das Holz dazu an den Verschraubungen zu splittern.

Holzterrasse mit nicht sichtbarer Verschraubung

Hierfür gibt es verschiedene Systeme. Ein bekanntes System ist zum Beispeil „Terraflex“. Dieses System benötigt Holzbretter mit einer Nut auf beiden Seiten. In die Nut werden spezielle Plastik-Clipse gesteckt. Die Clips können nun auf der Unterkonstruktion verschraubt werden. Das nächste Brett wird dann wieder mit der Nut in den Clips geschoben. Somit „verschwindet“ die Schraube in der Fuge zwischen den Brettern. In diesem Video wird das Prinzip anschaulich dargestellt:

Das System ist sehr interessant und würde sich auch auf Alu-Schienen verschrauben lassen. Allerdings setzen die Clips ein Holz mit einer bestimmten Nut voraus und es entstehen dadurch natürlich Mehrkosten. Neben den Schrauben werden auch entsprechend viele Clips benötigt. Zudem erscheint das System mindestens genauso aufwendig beim Verlegen zu sein, wie eine normale verschraubte Holzterrasse.

Durch unseren Landschaftsgärtner sind wir noch auf das System von Grad-Decking aufmerksam gemacht worden. Auch diese bieten ein System ohne sichtbare Verschraubung an, namens Clip-Juan. Der Clou ist, dass die Bretter auf die Unterkonstruktion geklickt werden. Es kommen überhaupt keine Schrauben zum Einsatz. Das folgende Video zeigt das Prinzip:

Da die Unterkonstruktion schon entsprechend vorgefertigt geliefert wird, müssen die passenden Bretter nur noch auf die Schienen eingeklickt werden. Dass soll lt. Hersteller einen Zeitgewinn beim Verlegen der Terrasse von bis zu 60 % ausmachen. Für unsere Terrasse mit ca. 40 m2 Fläche würde man lt. unserem Landschaftsgärtner ca. 3-4 Tage benötigen. Mit dem System von Grad-Decking soll es dann in 1-2 Tagen erledigt sein – auch als Laie. Das ist ja mal eine Ansage!

Bedingt durch das Klickverfahren, muss man sich natürlich auf das System von Grad-Decking festlegen und kann nur Bretter aus deren Programm, mit den entsprechenden Nuten auf der Unterseite verwenden.

Allerdings hat uns das System so neugierig gemacht, dass wir uns mal ein Musterpaket haben zukommen lassen.

Welches Holz kommt für die Terrasse in Frage?

Im Musterpaket sind verschiedene Hölzer, inkl. ein Stück Alu-Schiene enthalten. Zudem haben wir noch einen USB-Stick mit verschiedenen Referenzen erhalten.

Folgende Hölzer waren enthalten:

  • Douglaise
  • Thermokiefer
  • Verda
  • Accoya
  • Kebony

Grad Decking bietet noch mehr Hölzer und WPC Dielen für das Clip-System an, mehr dazu auf http://www.grad-decking.de/produkte/hoelzer-dielen

Alle Hölzer sind glatt gehobelt und haben eine leichte Wölbung, damit das Wasser nicht auf den Dielen stehen bleibt. Somit ist theoretisch auch eine Verlegung ohne Gefälle möglich, was in unserem Fall der Hinterlüftung zu Gute käme, wenn man das bestehende 2% Gefälle der Terrasse ausgleichen würde.

Die Hölzer fühlen sich alle sehr gut an und sehen auch hochwertig aus. Aber schon bei den Mustern kann man deutliche Unterschiede bei den Hölzern feststellen und so haben wir 2 in die engere Wahl genommen:

Thermokiefer

Die Thermokiefer gefällt uns optisch sehr gut, da sie unserem bestehenden Wohnzimmerboden sehr ähnelt. Sie wirkt relativ rustikal, da viele Äste in den Dielen zu sehen sind. Die Farbe ist dabei eher nebensächlich, da wir die Terrasse natürlich vergrauen lassen werden. Nach ca. 2 Jahren würde ein eher dunkles und kraftiges Grau zu erwarten sein.
Allerdings ist die Thermokiefer ein sehr weiches Holz. Trotz Thermobehandlung, was das Holz widerstandsfähiger macht, ist das Holz so weich, dass man mit den blosen Fingernägeln tiefe Kratzer eindrücken kann. Rutsch man mit dem Stuhl darauf herum, sind ebenfalls deutliche und tiefe Kratzer auf dem relativ dunklem Holz zu sehen.
Nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Familie mit 3 kleinen Kindern 😀 Allerdings ist die Thermo Kiefer relativ günstig und liegt eher im unteren Drittel, im Vergleich zu den anderen Holzdielen.

Thermokiefer

Accoya

Accoya – What? So in etwas war meine erste Reaktion als mir unser Spezi von dem Holz vorschwärmte. Accoya ist acetyliertes Holz – ein Verfahren um Holz sehr widerstandsfähig und haltbar für den Außenbereich zu machen. Mehr zu dem Verfahren wird anschaulich in diesem Video gezeigt:

Was ich zusammengefasst mitgenommen habe ist, dass hier Fichtenholz durch ein chemisches Verfahren sehr widerstandsfähig gemacht wird. Dadurch gibt der Hersteller bis zu 50 Jahre Garantie (mit all seinen Einschränkungen). Allerdings ganz so CO2 neutral, wie im Film ist es wohl nicht. Zum einen kommt das Holz aus Neuseeland, da dort wohl astarme Fichten gezüchtet werden, und zum anderen kostet das acetylieren des Holzes auch Energie.

Dennoch ist das Ergebnis sehr beeindruckend. Das Holz ist nahezu astfrei und zugleich relativ hart. Flecken lassen sich relativ leicht entfernen und die Haptik kann auch voll und ganz überzeugen. Toll am Accoya ist auch, dass es sehr hell eingraut und uns optisch sehr ansprechen würde.

Wäre da nicht der Preis… preislich liegt Accoya auf sehr hohem Niveau, was eigentlich die Schmerzgrenze schon überschreitet.

Die Entscheidung

Nach langem hin- und her und nach einigen Gesprächen mit dem Hersteller, sind wir nun doch beim Accoya Holz mit dem Clip-Juan System von Grad Decking gelandet. Wir hoffen sehr, diesmal die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Also Deckel drauf – Ware bestellt und nächste Woche geht es dann los mit dem Verlegen. Wir sind sehr gespannt, ob das System hält was es verspricht.

 

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8 Gedanken zu „Die richtige Holzterrasse

  1. Sehr interessanter Artikel. Ich hätte auch nicht gleich gewusst für welches Holz ich mich entscheiden sollte. Accoya wäre mir persönlich wahrscheinlich zu teuer gewesen, aber gleich Kratzer bei der Thermokiefer zu sehen ist auch nicht so schön und eher Verschwendung.

    Schade das die anderen Holzarten nicht vorgestellt wurden, diese hätten mich auch interessiert. Wie weit seit Ihr denn mit dem verlegen? Ist alles nach Eurer Zufriedenheit?

  2. Die anderen Holzarten haben wir dann gar nicht näher betrachtet, da sie uns optisch (auch nach dem eingrauen) nicht gefallen haben. Ja, ist bereits alles verlegt und bisher sind wir SEHR zufrieden. Ist ein ganz neues Terrassengefühl. Der Bericht dazu folgt bald 😀

  3. Schön dass das mit Accoya verlegen geklappt hat. Wir hatten damals als Untergrund einfach nur Sand und dann Steinplatten drüber verlegt. Das war alles nicht so sehr professionell, sah nicht sehr schick aus und zu allem Überfluss wuchs auch noch das Unkraut durch vereinzelte Spalten. An einem schönen Sommertag haben wir dann die Spalten mal verfugt, so war jedenfalls das Unkraut erstmal gebannt. Jetzt nach mehreren Jahren Wind und Wetter haben die Fugen Risse und das Unkraut kommt wieder langsam durch. Ein Teufelskreis.

  4. Hallo, sehr interessanter und lesenswerter Artikel. Ich habe auch vor meine Terrasse mit meinem Holz zu versehen. Ich bin mir aber noch nicht sicher ob ich Accoya oder Bankirai nehmen soll. Aber ich denke es wird wohl auch Accoya werden :)

    Liebe Grüße

  5. Hallo, toller Bericht.
    Ich habe letztes Jahr auch meine Terrasse mit Accoya Holz und Alu UK Profile gemacht. Sehr schön geworden. Ich bin sehr zufrieden.

    WPC wäre für mich nie in Frage gekommen. Ich kenne so viele die damit Schwierigkeiten haben. Farblich aber auch vom Verzug.

    Viele Grüße
    Daniel

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