von Bytemarks creative common lizenz

Heimnetzwerk Update: Umstellung auf LTE

Heute folgt noch eine kleine Ergänzung zu unserer Heimnetzwerk Serie. Mittlerweile sind wir auf LTE umgestiegen, da es aus gegebenen Umständen (Home-Office) notwendig wurde. Eigentlich hätte die Gemeinde schon letztes Jahr einen Breitbandanschluss verlegen sollen, doch dabei kam es zu Verzögerungen und dieser wird erst voraussichtlich Mitte 2013 fertiggestellt. Für uns ist dies allerdings zu spät, daher musste eine andere Lösung her.

Der vorhandene DSL Anschluss über die Kupferleitung (ich möchte gar nicht wissen aus welchem Jahrundert diese stammt) ist miserabel und gibt nur max. 768 kbit/s her. Zudem ist dies auch noch eine „Shared“-Leitung, d.h. je mehr Nachbarn mitsurfen, desto langsamer wird es. Das ist nicht mehr zeitgemäß und zum Glück hat unsere Gemeinde dies auch erkannt. Daher werden gerade in einer Breitbandaktion alle Gemeindeteile mit einem Breitbandanschluss versorgt. Wobei für unseren Teil maximal 16.000 kbit/s geplant sind, was unseres Erachtens auch bald nicht mehr zeitgemäß sein wird. Aber es wäre für den Moment sicherlich ausreichend, doch leider kommt es hier zu Verzögerungen und so können wir dies aktuell noch nicht nutzen.

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Auf der Suche nach Alternativen wurden wir auf LTE aufmerksam, welches in unserer Region mit bis zu 50 mbit/s verfügbar sein soll. Eigentlich sind wir gegenüber LTE eher skeptisch, schließlich bringt es einige Nachteile mit:

Nachteile LTE

  • Signalstärke abhängig von den örtlichen Gegebenheiten (z.B. Entfernung Funkmast)
  • Shared-Medium – Bandbreite wird geringer wenn viele gleichzeitig surfen
  • Keine „echte“ Flatrate. Die Geschwindigkeit wird ab einen bestimmten Datentransfervolumen auf 364 kbit/s gedrosselt (je nach Tarif, z.B. ab 10GB/15GB/30GB pro Monat)
  • Bisher nur mit Tarifen mit 24 Monaten Laufzeit zu haben (Telekom / Vodafone)

Erschwerend kommt hinzu, dass der LTE Mast ca. 4 km entfernt von unserem Haus steht und dazwischen mehrere kleinere Hügel und Täler liegen. Es besteht also definitiv keine Sichtverbindung zum Mast. Außerdem haben wir schon während der Übergangszeit schlechte Erfahrungen mit einem Surfstick auf UTMS Basis gemacht. Im Haus war dieser faktisch nicht benutzbar – scheinbar werden die Strahlen vom Haus abgeschirmt, denn sobald man das Fenster öffnete, ging es deutlich besser. (Allerdings nicht gerade sehr empfehlenswert im Winter 😉 ) Und selbst dann kam es immer wieder zu Abbrüchen und schlechten Übertragungsgeschwindigkeiten. Also alles keine guten Voraussetzungen für LTE.

Allerdings hatten wir einen sehr netten Berater von der Telekom (ja,ja nett sind se‘ alle vorm‘ Vertrag), der uns versicherte, dass wir problemlos vom Vertrag zurücktreten könnten, wenn wir unzufrieden sind. Zudem prophezeite er uns Geschwindigkeiten um die 16 mbit/s. Sehr mutig, dachten wir – aber was hatten wir schon zu verlieren? Außerdem musste ja schnell eine Lösung her…

Als wir dann den LTE-Router in Betrieb nahmen, waren wir schon mal recht positiv überrascht: Das Einwählen klappte auf das erste Mal und wir konnten bei einer Empfangsstärke von 2 Balken (von max 5) immerhin Geschwindigkeiten um die 10 mbit/s erreichen. Die Latenz (Ping) lag bei unter 30 ms, was ein sehr guter Wert war.
Bedingt durch die Erfahrungen mit dem Surfstick, wussten wir, dass noch mehr Potential darin steckt. Also haben wir den Router auf unserem Spitzboden platziert und siehe da, der Empfang verdoppelte sich von 2 von 4 Balken! Als wir dann die ersten Geschwindigkeitstests machten, waren wir mehr als überrascht: Teilweise erreichten wir Werte um die 40 mbit/s im Download und um die 6 mbit/s im Upload!!! So machte surfen endlich wieder richtig Spass! :-)

Speedtest

 

 

 

 

 

Mittlerweile haben wir das LTE ca. 6 Wochen im Einsatz und wir sind sehr zufrieden. Wir hatten noch nie schlechtere Werte als 15 mbit/s und dies war bisher nur an Sonntagen der Fall. (Wieder ein Beweis, dass die meisten neben dem Tatort noch etwas anderen tun… 😉 )  Ansonsten haben wir meist die genannten Traumwerte. Der Router hat sich bisher ca. 2-3 mal aufgehängt. Dann ging einfach gar nichts mehr. D.h. er musste durchgestartet werden und anschließend funktionierte wieder alles wie gewohnt. Dafür haben wir uns auch extra eine Funk-Steckdose zugelegt, damit wir nicht immer auf den Spitzboden „klettern“ müssen, wenn sich mal der Router aufhängt.

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Jetzt mussten wir den LTE-Router in das Konzept für unser Heimnetzwerk integrieren: Zum Glück haben wir ein noch ein Leerrohr, welches vom Spitzboden bis zum Technikraum führt. Hier haben wir ein LAN Kabel eingezogen und am Spitzboden eine Aufputz-LAN-Dose montiert. D.h. wird können das DSL Signal über das LAN Kabel direkt an den Switch, bzw. ans Patchfeld im Keller leiten. Von dort aus können wir es – wie geplant –  auf die LAN-Dosen im Haus verteilen.
Wir haben auch die WLAN Funktion des LTE Routers deaktiviert (da am Spitzboden etwas sinnlos) und haben im EG an einer zentralen Stelle einen WLAN Router aufgestellt. So können sich auch die mobilen Geräte im Haus alle problemlos verbinden.

Ein großer Wermutstropfen bleibt allerdings:
Die Drosselung der Geschwindigkeit nach verbrauchten Datenvolumen ist nach wie vor ein großer Nachteil von LTE. Auch wenn wir es bisher noch nicht erreicht haben, kann dies z.B. bei der Nutzung von Online-Streaming-Diensten (z.B. Online-Radios oder Online-Videotheken) doch mal schnell eintreten. Zwar sind 364 kbit/s für das Homeoffice noch ausreichend, aber wer will das schon, wenn man zuvor 40 mbit/s gewohnt war?!

Bisher gibt es auch keine Speedoptionen (wie bei Handytarifen) bei denen man sich wieder „frei Kaufen“ kann und selbst wenn, kann das auch schnell ins Geld gehen.

Dennoch überwiegen für uns eindeutig die Vorteile und es gibt bisher keine echte Alternative:

Vorteile LTE

  • Sehr gute Down- und Upload Geschwindigkeiten (bei uns auch ohne externe LTE-Atenne)
  • niedrige Latenzzeiten
  • stabile Verbindung
  • Leicht zu installieren (Router mit SIM-Karte bestücken, anschalten, fertig!)
  • Keine 24h Stunden Zwangstrennung

Mittlerweile gibt es auch erste DSL Tarife via Satellit , welche keine, oder nur eine eingeschränkte Volumenbegrenzung haben. Diese sind allerdings mit einem Preis um die 100 € im Monat (ohne Telefon Flat) sehr teuer. Zudem hat das DSL via Satellit immer ein Problem mit hohen Latenzzeiten. Logisch, da das Signal auch eine Weile unterwegs ist. Wen das nicht stört, kann hier vielleicht eine Alternative zu LTE finden.

Wir werden aber erst mal bei LTE bleiben und hoffen, dass in 2 Jahren der Breitbandausbau in unserer Gemeinde abgeschlossen ist. Und wer weiss, vielleicht wollen dann auch nicht mehr auf 16 mbit/s zurück 😉

Artikelbild von „Bytemarks“ (creative commons lizenz, www.flickr.com)

 

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2 Gedanken zu „Heimnetzwerk Update: Umstellung auf LTE

    1. Naja, so schlimm ist das mit dem LTE gar nicht. Haben ne super Leitung und bisher sind wir auch noch nicht ans Volumen-Limit gekommen. Viele Grüße Andy

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