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Beseitigung erster Mängel – 1.Teil Risse in den Innenwänden

Die Zeit rast – mittlerweile wohnen  wir  schon 1,5 Jahre in unserem Haus. Mittlerweile sind auch die ersten Mängel aufgetreten, welche nun nach und nach beseitigt werden. Heute berichten wir über die doch sehr großen Risse an den Innenwänden und wie diese beseitigt wurden.

Wie zu erwarten (und prophezeit) war, sind vermehrt Risse an den Innenwänden aufgetreten. Allerdings sind wir schon etwas überrascht von der Stärke und Größe der Risse. Wir sprechen hierbei nicht von den Rissen, welche sich zwischen der Rigips Decke und dem Mauerwerk ergeben, sondern von breiten und langen Rissen im Innenputz. Vermehrt sind diese im Obergeschoss aufgetreten. Im Zimmer unserer Tochter sogar so stark, dass der Putz von der Wand abgeplatzt ist.

Erstaunlicherweise sind die Risse genau dort aufgetreten, wo man dies durch einen Kellenschnitt verhindern wollte. Der Kellenschnitt (oder auch Schwendenschnitt genannt) ist eine Trennfuge im Verputz, welche die Rissbildungen verhindern soll. Die dabei entstehende Fuge wird mit Acryl aufgefüllt und schließlich mit Wandfarbe überstrichen. Leider ist die Taktik bei uns nicht aufgegangen. Überall dort wo der Kellenschnitt durchgeführt wurde, sind sehr starke Risse entstanden.

Bestandsaufnahme

Nach Absprache mit unserem Bauträger, konnten wir direkt mit dem Innenputzer einen Termin ausmachen. Nach ca. 4 Wochen hat es dann geklappt und der Chef persönlich kam vorbei. Er war auch sichtlich überrascht über die Anzahl und Deutlichkeit der Risse und hatte zunächst geprüft, ob der Kellenschnitt richtig ausgeführt wurde. Hierbei gab es – lt. seiner Aussage – nichts zu bemängeln. Letztendlich hat er die Vorgehensweise beim Verbinden der Außen- und der Innenmauern kritisiert und als Hauptschuldigen ausgemacht.  In unserem Haus wurde diese über Mauerwerksflachanker realisiert, was – lt. Aussage des Putzers – nicht optimal sei, da hier mehr Bewegung auf das Mauerwerk übertragen werden kann, als z.B. bei der verzahnten Technik.
Wir können dies nur schlecht beurteilen, wissen aber, dass die Flachanker zum Verbinden der Mauerwerke zugelassen sind. Sicherlich ist dies eine Zeit- und somit Kostenfrage. Die Verzahnung des Mauerwerkes ist  aufwendiger und daher werden die Flachanker meist bevorzugt eingesetzt.

Risse im Obergeschoss

Beseitigung der Risse

Zur Beseitigung der Risse, musste der Putz grobflächig abgeschlagen werden. Anschließend wurde wieder neuer Putz aufgetragen und erneut ein Kellenschnitt durchgeführt. Nun muss der Putz austrocknen bevor man die Fuge wieder mit Acryl auffüllen kann. Das Auffüllen und neu Streichen der betroffenen Stellen haben wir dann wieder selbst übernommen. Hierzu hat uns der Chef Acryl zur Verfügung gestellt. Zudem hat er uns eine paar Tipps gegeben, wie wir am besten dabei vorgehen:

Tipps zur Verarbeitung von Acryl:

  1. Der Putz muss vollständig (bei uns mindestens 2 Wochen) ausgetrocknet sein
  2. Das Acryl (Baumark-Qualität ist hier O.K.) wird dann mit der „Spritze“ gleichmäßig von oben nach unten angebracht. Übrigens kann man das „Nachtropfen“ der Spritze vermeiden, wenn man nach jedem Arbeitsgang, die Verankerung an der Spritze wieder löst. (So als wolle man die Kartusche austauschen. Somit wird kein Druck mehr auf die Kartusche ausgeübt und das lästiges Nachtropfen wird verhindert)
  3. Das Acryl wird am besten mit dem Finger glatt gerieben. Dazu einmal von oben nach unten die Kante abfahren.
  4. Das Acryl muss wieder vollständig ausgetrocknet sein, bevor man es wieder mit Farbe überstreichen kann.

Die weiteren „kleinen“ Risse haben wir auf Empfehlung des Innenputzers erst mal nur mit Farbe zugeschmiert. Da sich hierbei wirklich nur um haarfeine Risse handelt, war dies kein größeres Problem. Auch an dieser Stelle der Tip vom Profi:

  1. Die Wandfarbe direkt auf den Daumen dick auftragen
  2. Anschließend die Wandfarbe mit dem Daumen in den Riss drücken
  3. Am Schluss noch mal mit dem Pinsel ggf. die überschüssige Farbe gleichmäßig verteilen

Es bleibt abzuwarten wie lange dies Bestand hat.

Fazit

Letztendlich werden wir vor Ablauf der Gewährleistung noch mal alle Risse begutachten lassen und dann müssen entsprechende Maßnahmen getroffen werden, welche zur dauerhaften Beseitigung der so massiven Risse führen muss.

Jetzt sind wir erst mal froh, dass die hässlichen Risse beseitigt wurden und hoffen, dass es zu keiner weiteren so massiven Rissbildung kommen wird.

In den folgenden Tagen nehmen wir einen weiteren Mangel an der Außenfassade in Angriff – dazu also bald mehr.

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13 Gedanken zu „Beseitigung erster Mängel – 1.Teil Risse in den Innenwänden

  1. Oha!

    Mängel nach so (relativ) kurzer Zeit sind schon recht ärgerlich, oder?
    Wenigstens wurde es vor Ablauf der Gewährleistung bemerkt :)

    Zum Glück sind wir in unserem Heim bisher davon verschont geblieben.

  2. Hallo Andy,
    danke für deinen aufschlussreichen Beitrag. Wir hatten vor zwei Jahren dasselbe Problem. Glücklicherweise sind die Risse nach dem Ausbessern bis jetzt nicht wiedergekommen. Allerdings haben wir auch Risse in der Außenfassade, die wir bald angehen möchten. Da bin ich schon auf deinen Beitrag hierzu gespannt. Ich drücke euch die Daumen, dass euer Riss-Problem dann für die nächsten Jahre gelöst ist!

  3. Interessanter Artikel. In unserem Mietshaus haben wir auch eine solche Rissbildung festgestellt, schon bevor wir eingezogen sind. Wir haben den Vermieter darauf hingewiesen. Er meinte das sei nicht schlimm, würde halt nur etwas unschön aussehen. Aber wenn diese Risse dann doch auf die oben beschriebene Art und Weise so einfach erst mal zu verdecken sind, werde ich ihm mal vorschlagen dies eventuell vorzunehmen.

    Viele Grüße

  4. Ich habe leider nicht alles verfolgt, aber soweit ich noch weiß, ist es doch komplett Eigenbau, oder? Also kein Hauskauf.
    Ich frage nur, weil ich wissen möchte, ob ihr alles selber zahlen müsst (Mängel) oder ob da was in eine Art Versicherung/Gewährleistung fällt.

  5. Ist manchmal besser, die Rissbildung einige Monate oder noch länger weiterzuverfolgen, um sicherzugehen, dass hier nicht grundsätzlich gepfuscht worden ist. Beweissicherungsmöglichkeit ist: Gipsmarken setzen, Fotodokumentation.

    1. Ja das machen wir. Habe extra erst nach 6 Monaten die ganzen augebesserten Stellen überstrichen. So konnte ich sehen, ob sich neue Risse bilden.

  6. Bei unserem 20 Jahre alten Mietreihenhaus gab es auch Probleme mit Rissen in der Wand und war sehr aufwendig, die Reparatur. Schlimmer war das die Risse nach gut 3 Monaten wieder aufgetreten sind und der Bausachverständige sich das nur erklären konnte, dass aufgrund des Untergrundes das Haus um 1cm abgesackt sei. Sind dann aber wegen unserem fertigen Neubaus ausgezogen und wissen nicht was daraus geworden ist.

    In unserem später gebauten Einfamilienhaus, dass jetzt auch schon 15 Jahre alt ist haben wir nur im Heizungsraum Probleme mit Rissen. Kommen aber wohl da her, dass der Raum nicht ordentlich getrocknet war als die Heizung installiert wurde und auch in betrieb gehen musste. Einen Bautrockner hatten wir zwar aber wohl nicht lange genug drin. War alles eine stressige Zeit. 😉

  7. Ein guter Artikel über Baumängel. Häufig hat man mit dem entfernen der Risse leider nur die Symptome beseitigt, jedoch nicht die Ursache. Es empfiehlt sich bei Baumängel oder generell beim Hausbau einen baubegleitenden Bauberater einzusetzen, der mit geschultem Auge und Blick auf die technischen Regelwerke und vor allem deren Aktualisierungen frühzeitig Mängel am Bau erkennt und rechtzeitig seine Vorbehalte äußert. Das investierte Geld in diese Beratung hat man im Ernstfall schnell wieder drin und ist durch die frühzeitige Verhinderung von Mängeln besser als eine Versicherung.

  8. Ohje, dieses Problem hatten wir auch. Risssanierung ist immer ein nerviges Thema. Wir haben die Risse mit einem speziellen Dichtstoff gefüllt und dann später die Fläche mit einer Innenfarbe neu überstrichen. Das Problem mit den Rissen scheint gelöst zu sein.

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