Pellets, Bild von epicbeer (Creative Commons Lizenz)

Die Heizung für das Haus: Pellets oder Wärmepumpe?

Wie bereits im Artikel „Die Suche nach dem richtigen Energiekonzept für das Haus“ berichtet, kommt für uns Öl oder Gas nicht in Frage. Ich persönlich liebäugel mit einer Pellets-Heizung. Ich finde das Prinzip gut, denn man erzeugt bei der Verbrennung der Pellets nur so viel CO2,  wie vorher vom wachsenden Holz der Luft entzogen wurde. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit, denn um die Pellets zu erzeugen und anzuliefern, wird zusätzlich CO2 produziert. Als Alternative kommt eigentlich nur eine Wärmepumpe in Frage, also haben wir mal ein paar Vor- und Nachteile der Systeme gegenübergestellt.

Pelletheizung

 

Die Vorteile einer Pelletheizung:

  • gute Ökobilanz durch CO2 neutrales Verbrennen
  • konstante Preisentwicklung der letzten 3 Jahre
  • keine Bindung an einen Lieferanten
  • relativ niedrige Betriebskosten

 

Aber die Pelletheizung hat einige Nachteile:

  • Raum für die Lagerung der Pellets
  • Wartung der Heizung (alle 2-3 Monate Aschetausch etc.)
  • (Fein)Staubentwicklung möglich
  • Geräusche durch die Förderung der Pellets zur Heizung (je nach System)
  • Kamin notwendig (inkl. jährl. Wartung durch Schornsteinfeger)
  • Hoher Anschaffungspreis / Investitionskosten

 

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt Wärme und hebt dieses mittels Wärmepumpe auf ein verwertbares höheres Temperaturniveau. Für uns kommt eigentlich nur eine Luft-Luft-Wärmepumpe (LLW) Luft-Wasser Wärmepumpe (da diese nur verwendet wird um Wasser zu erhitzen, z.B. in der Fußbodenheizung oder für das Brauchwasser) in Frage.

Ein paar Vorteile einer LWW Heizung:

  • kein zusätzlicher Lagerraum notwendig
  • gute Ökobilianz (aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Heizenergie)
  • Optimaler Wirkungsgrad kombiniert mit Fußbodenheizung
  • Sondertarif von Stromanbietern nutzbar
  • Kein Kamin notwendig
  • Geringer Wartungsaufwand

 

 Aber auch hier stehen Nachteile gegenüber:

  • Abhängigkeit von Stromanbietern / Tarifen
  • Strom hat nach wie vor keine gute CO2 Bilanz
  • Wärmetauscher im Außenbereich notwendig
  • Geräuschentwicklung des Wärmetauschers
  • schlechter Wirkungsgrad ab -10 Grad (evtl. elektr. Nachheizen notwendig)

 

Unser Fazit ist, dass beide Systeme nicht der Wahrheit letzter Schluss sind. Aber es sprechen doch ein paar „finanzielle“ und „praktische“ Gründe für eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Welches Heizungssystem es letztendlich werden wird, zeigt sich nach dem Gespräch mit unserem Energieberater.

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19 Gedanken zu „Die Heizung für das Haus: Pellets oder Wärmepumpe?

  1. Moin,

    Einen entscheidenden Punkt hast du vergessen: Die Investitionskosten für Pelletheizung sind – gerade wenn man das Lager einrechnet – erheblich höher.

    Die vermeintlich schlechte Ökobilanz kann man verbessern, indem man Ökostrom einkauft.

    Mit der Preisentwicklung zu kalkulieren ist Glaskugelgucken. Wenn dies das entscheidende Argument ist, mag am Ende Gas der günstigste Energieträger werden. Kann aber auch alles ganz andes kommen.

    Das Kalkulierbare am Strom ist, dass er aus vielen Quellen erzeugt wird und die Verdoppelung der Kosten eines Trägers nicht gleich den Strompreis verdoppeln. Steigen werden aber sicher alle Preise.

    Wir hätten damals (2006/2007) auch eine WP in Erwägung gezogen, aber bei uns wäre auch nur LLWP möglich gewesen und 2006 waren die Wirkungsgrade noch zu schlecht. Das ist heute anders.

    Viele Grüße
    Rainer

    PS: Scheint ein spannendes Blog zu werden; wird in die Blogroll aufgenommen 😉

  2. Hallo Rainer,

    danke für die Infos. Ich meinte damit den hohen Anschaffungspreis der Heizung. Aber stimmt schon, man muss ja auch die Kosten für den Raum rechnen – ich habe es ergänzt – danke!

    Es soll wohl Systeme geben, die mit einem Gewebesilo arbeiten und so nicht zwingend einen zusätzlichen Raum brauchen. Aber ich habe keine Erfahrungen damit.

    Danke für das Kompliment (bin noch am Aufbau) und den Link. Kann ich gerne zurückgeben und werde euch natürlich auch verlinken. 😉

    Viele Grüße
    Andy

  3. Hallo Rainer,

    Vorab erstmal vielen Dank für deine Infos.
    Haben mir echt weitergeholfen, jetzt weis ich was ich zu beachten hab.
    Weiter so!
    Lg Hansi

  4. Hallo, die Diskussion ist hier zwar schon etwas länger im Gange, aber ich möchte Rainer auch nochmal beipflichten. Nimmt man alle Kosten und zinst diese ab, so ist eine Luft-Wärmepumpe eine der günstigsten Heizungen. Und auch der Kraftwerkswirkungsgrad sowie die CO2-Emissionen des deutschen Strommixes haben sich doch in den letzten Jahren verbessert, sodass man auch mit herkömmlichem Strom eine Luftwärmepumpe sogar im Altbau mit einer halbwegs ausgeglichenen Umweltbilanz betreiben kann. Diese Zusammenhänge spiegeln sich auch in der EnEV-Bewertung der Wärmepumpe wieder.

  5. Ich habe letztens gelesen, dass man sich mit Holzpellets 2ct/kWh spart, im Vergleich zu Gas. Bei mir spricht nicht viel dagegen mit Pellets zu heizen, weil ich viel Platz habe zum Lagern und außerdem war der Kamin in meiner Wohnung schon drin. Dadurch würde sich nicht rentieren, eine Wärmepumpe zu kaufen.

  6. Hallo, zur Zeit in der Mietwohnung bekommen wir Fernwärme, was ja eine sehr günstige und umweltschonende Heiztechnik ist. Bin aber gerade dabei, für einen evtl. Hausbau mir verschiedene Techniken anzusehen. Deswegen danke für die Übersicht.

  7. Hallo Leute, danke für die Infos ! Hat den nun jemand schon mehr Erfahrung mit der Wärmepumpe. Wir werden demnächst bauen und ich kann mich einfach zwischen Pallets und der Wärmepumpe nicht entscheiden. LG

  8. Mein Schwager schwört auf seine Wärmepumpe und ist froh über die Entscheidung für diese Heiztechnik. Da ich demnächst einen Altbau sanieren werde, muss ich mich auch notgedrungen damit auseinandersetzen. Deshalb vielen Dank für den informativen Artikel.

    Mfg

  9. Vermutlich kommt es auf den Heizenergiebedarf an. Unser Haus benötigt rund 15kWh/m²a. Daher verzichteten wir auf die herkömmlichen Heizmethoden (Strom, Gas, Pellets) und bauten uns einen wasserführenden Kamin im Wohnzimmer ein. Der erhitzt das Wasser für die FBH und das Warmwasser im Haus. Zwischen April und Oktober wird das Warmwasser durch die thermische Solaranlage erhitzt. Heizkosten inkl. WW im ersten Jahr waren 415,- Euro. Durch ein paar Optimierungsmaßnahmen sollten wir das kommende Jahr auf ca. 350,- runter kommen.

    Nebenbei ist es super gemütlich wenn abends im Wohnzimmer ein Feuer brennt.

  10. Hallo ihr… tolles Haus.
    Wir haben auch mit KMH gebaut und sind sehr erschrocken wie laut unsere Luft-Wasser-Wärmepumpe ist. Was habt ihr für Erfahrungen damit? Danke falls ihr antwortet!
    Lg

  11. Ich finde Wärmepumpen klasse. Haben seit diesem jahr auch welche bei uns im Haus installieren lassen und sind voll und ganz zufrieden!
    Diese ist auch nicht übertrieben laut, sie sollte allerdings schon in einem gesonderten Raum sein… Am besten im Keller natürlich!

  12. Wegen der C02-Bilanz kann man auch über eine ergänzende PV-Anlage nachdenken. Mit dieser kann man einen gewissen Anteil des Wärmepumpenstroms selbst dezentral auf dem Dach produzieren und das was übrig bleibt, nutzt man zur Energieversorgung im Haushalt.

  13. Hallo,

    ich kann also nur Positves berichten bzgl. einer Pelletheizung. Ich habe seit 2 Jahren eine und bin damit super zufrieden. Vorher hatte ich einen Kaminofen der mit Holz befeuert wurde. Die Verbrennung der Pellets ist zwar nicht so schön wie das Abrennen beim Kaminofen.

    VG
    Norbert

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