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Der richtige Einsatz von Leerrohren im Rohbau

Leerrohre sind ein wichtiger Bestandteil der Elektroanlage im Rohbau. Sie schaffen eine Reserve für spätere Nachinstallationen und sind teils vorgeschrieben.

Die richtige Auswahl

Flexible Rohre unterscheiden sich in ihrer Druckfestigkeit, welche sich selbstverständlich im Preis widerspiegelt. Es ist jedoch verboten, aus Kostengründen ein Rohr mit leichter Druckfestigkeit in einem Anlagenteil mit hoher mechanischer Beanspruchung zu verwenden. Dies bezieht sich vor allem auf die Verlegung in Stampfbeton oder auf Rohfußböden.
Riffelrohre leichter und mittlerer Festigkeit, wie diese flexiblen Rohre auch genannt werden, kommen nur bei Unterputzverlegungen, in Installationsschächten oder in Trockenbauwänden zum Einsatz, wo sie mechanisch geschützt sind.
Stangenrohre sind im professionellen Elektrohandwerk in der Rohbauverlegung selten vertreten, weil sie einen höheren Zeitaufwand bei der Verlegung erfordern und bei Unterputzverlegungen absolut gerade Mauerschlitze erfordern würden. Überall, wo sie zum Einsatz kommen können, ermöglichen sie jedoch durch ihre glatten Innenwandungen ein viel schnelleres, späteres Einziehen der Leitungen.

Die Verlegung

Leerrohre müssen, obwohl sie später nicht mehr sichtbar sind, auch in einem Rohbau sicher befestigt werden. Bei Unterputzverlegungen im Mauerschlitz eignen sich dazu Klemmschellen oder Gipsbinder. Deren Abstände dürfen nicht mehr als 50cm betragen. Flexible Rohre benötigen großzügige Bögen bei Richtungsänderungen. Oft wird empfohlen, an diesen Stellen Unterputzdosen einzusetzen. Diese beeinträchtigen jedoch die Ansichtsgüte der Unterputzinstallation und sind deshalb nicht empfehlenswert. In diesen Bögen müssen die Rohre besonders sorgfältig befestigt werden. Ein lose hängender Bogen in eine Trockenbauwand z. B. zieht sich beim Einziehen der Leitung zusammen und ist nicht mehr nutzbar.

Sind Zugdrähte vorgeschrieben?

Dem Heimwerker ist diese Entscheidung selbst überlassen. Im Elektrohandwerk sind Zugdrähte vorgeschrieben und dies aus gutem Grund. Riffelrohre sind innen nicht völlig glatt und sogar ein Profi-Fädelband mit Spirale und Kugel scheitert, je länger die Strecke ist, oftmals an einer Richtungsänderung.

Wo ist der Einsatz dieser Rohre erforderlich?

Vorgeschrieben sind Rohrverlegungen bei Telefonleitungen, Datenleitungen und Antennenanlagen.
Flexible Rohre werden aber auch überall dort verwendet, wo Wände und Decken betoniert werden, in denen die Leitungsverlegung erst viel später erfolgen kann.
Bei besonders robusten Baustellen, auf deren Rohfußböden viel Schubkarrenbetrieb erfolgt oder Gerüste gestellt werden, lohnt sich der Einsatz von Leerohren vom Fußboden bis zur nächsten Dose in der Wand. Die Leitungsverlegung muss in diesem Fall erst kurz vor der Fertigstellung des Fußbodens erfolgen.

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